top of page

Karneval & Fremdgehen – wo beginnt der Betrug wirklich?

  • Gabriele Scheuss
  • 31. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Karneval gilt für viele als Ausnahmezustand.

Masken, Alkohol, ausgelassene Stimmung – und plötzlich scheinen Regeln weicher zu werden. Auch die Regeln von Beziehungen.


Immer wieder höre ich Sätze wie:

„Es war doch nur Flirten.“

„Karneval zählt nicht.“

„Das hatte nichts zu bedeuten.“


Doch genau hier beginnt die eigentliche Frage:

Wo beginnt Fremdgehen wirklich?


Ist Flirten schon Fremdgehen?


Darauf gibt es keine pauschale Antwort.

Flirten ist nicht automatisch Betrug – aber auch nicht automatisch harmlos.


Entscheidend ist nicht das Verhalten an sich, sondern der Kontext:


  • Welche Absprachen gibt es in der Beziehung?

  • Wie fühlt sich der Partner damit?

  • Würdest Du es offen erzählen können – oder lieber verschweigen?


Spätestens wenn Heimlichkeit ins Spiel kommt,

wenn Nachrichten gelöscht werden oder Situationen bewusst verborgen bleiben,

ist eine Grenze bereits überschritten.


Fremdgehen beginnt oft nicht im Bett,

sondern dort, wo Ehrlichkeit endet.


„Es war nur Karneval“ – zählt das wirklich?


Karneval mag eine besondere Zeit sein.

Aber Beziehungen haben keine Saisonpause.


Wer Verantwortung für eine Partnerschaft übernommen hat, legt diese Verantwortung nicht mit dem Kostüm ab.


Sex mit einem Fremden ist für die meisten Menschen ein klarer Vertrauensbruch –

auch dann, wenn Alkohol, Musik und Gruppendynamik im Spiel waren.

Auch dann, wenn es „nicht geplant“ war.


Der Satz „Das hatte nichts zu bedeuten“ tröstet selten.

Denn für den betrogenen Partner bedeutet es fast immer sehr viel.


Warum verhalten sich so viele in der Karnevalszeit wie Singles?


In meiner Praxis zeigt sich immer wieder:

Es geht selten nur um Lust oder Abenteuer.


Oft geht es um:


  • das Bedürfnis nach Bestätigung

  • das Gefühl, wieder begehrt zu werden

  • Sehnsucht nach Leichtigkeit und Lebendigkeit

  • das Gefühl, im Alltag oder in der Beziehung verloren gegangen zu sein


Karneval verstärkt diese inneren Lücken.

Er verursacht sie nicht – er macht sie sichtbar.



Die entscheidende Frage


Die wichtigste Frage lautet nicht

„Was ist erlaubt?“


Sondern:

„Was verletzt meinen Partner – und warum bin ich bereit, dieses Risiko einzugehen?“


Diese Frage erfordert Ehrlichkeit. Vor allem sich selbst gegenüber.



Mein Impuls: Sprecht vorher – nicht danach


Viele Beziehungskrisen entstehen nicht durch einen einzelnen Moment, sondern durch fehlende Gespräche im Vorfeld.


Sprecht über:


  • Eure persönlichen Grenzen

  • Eure Unsicherheiten

  • Eure Versuchungen

  • Eure Bedürfnisse


Nicht erst, wenn etwas passiert ist. Denn dann geht es nicht mehr um Klärung, sondern um Schadensbegrenzung.


Was unausgesprochen bleibt, wird schnell zum Beziehungskater am Aschermittwoch.



Unterstützung in schwierigen Beziehungsthemen


In meiner Praxis in Frankfurt begleite ich Paare und Einzelpersonen dabei, ehrlich über Grenzen, Vertrauen und Verletzungen zu sprechen.


Ob es um die Verarbeitung eines Vertrauensbruchs geht, um Unsicherheit in der Beziehung

oder um die Frage, wie Nähe und Verbindlichkeit wieder wachsen können – es gibt Wege, damit umzugehen.


Nicht mit Schuldzuweisungen.

Sondern mit Klarheit, Verantwortung und Respekt.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page